Bewertung Innovationsfähigkeit

Project Description

„Wie viel Innovationsfähigkeit steckt in meinem Unternehmen und wie kann ich dieses Potenzial nutzen?“

Das war die Frage, die ein Familienunternehmen aus dem Bereich Elektroinstallation uns stellte. Um diese Frage beantworten zu können, haben wir drei Aufgaben entwickelt, mit deren Beantwortung sich die übergeordnete Frage des Unternehmers klären lässt. Die drei Aufgaben waren:

  1. Analyse und Bewertung der Stärken und Schwächen im Innovationsmanagement
  2. Soll-Ist-Abgleich der Innovationsfähigkeit im Vergleich zu anderen Unternehmen
  3. Handlungsoptionen zur Steigerung der Innovationsfähigkeit für verbesserungsfähige Bereiche

Zur Ermittlung des Status Quo im Unternehmen haben wir Interviews mit den Mitarbeitern und Führungskräften und über viele Abteilungen (wie beispielsweise Produktmanagement, Produktentwicklung, Fertigung, Beschaffung oder Qualitätsmanagement) durchgeführt. Dabei wurde folgendes festgestellt:

  • Vorherrschend was ein uneffektives und nicht zielgerichtetes Arbeiten, die Unternehmensziele waren nicht bekannt
  • Mitarbeiter glauben, dass einzelne Geschäftsbereiche benachteiligt werden, es gibt keine Strategie für die einzelnen Geschäftsbereiche
  • Es gibt Ressourcenkämpfe, keine Strategie zur Verteilung der Ressourcen für die einzelnen Geschäftsbereiche vorhanden
  • Mitarbeiter verfolgen eigene Ziele, es werden keine Ziele vorgegeben

Zur Beantwortung der zweiten Aufgabe haben wir einen Vergleich mit den besten Unternehmen aus der Branche nach unserem entwickelten System arrangiert. Die Vergleichsgruppe stellte dabei der Mittelwert sehr innovativer Mitgliedsunternehmen des ZVEI und des VDMA mit 50 bis 499 Beschäftigten sowie der Vergleich mit den Besten pro Gestaltungsfeld dar. Nach dem Vergleich wurde für das Unternehmen als Ziel festgehalten, dass Steigerung die der Innovationsfähigkeit als Schutzmechanismus fungieren soll und Diversifikation als weiteres Standbein dient.

Zur dritten Aufgabe lässt sich zunächst folgendes grundlegendes festhalten: Unternehmen in der Zukunft haben die Herausforderung mehr innovative Produkte in die bestehenden Märkte zu bringen. Außerdem gibt es Veränderungen im Unternehmen selbst: Wachstum. Größe und Komplexität bringen neue Herausforderungen mit sich.

Innovationsstrategie entwickeln

Um den Herausforderungen begegnen zu können, wurde in einem ersten Schritt eine Innovationsstrategie entwickelt. Diese Strategie bestand aus mehreren Punkten. Beispielsweise sollte eine Innovationsvision entwickelt werden, aus der sich schließlich Ziele für Innovationen ableiten lassen. Die Erarbeitung von Innovations- und Technologieroadmaps für die entsprechenden Geschäftsbereiche, war ein weiterer Baustein der Innovationsstrategie. Zudem fand eine Festlegung des anzustrebenden Innovationsaufwandes für jeden der Geschäftsbereiche statt.

Handlungsbedarf beim Innovationsprozess

Im nächsten Schritt steht der Innovationsprozess an. Auch hier bestand Handlungsbedarf, denn es gab Verzögerungen durch mehrfaches Entscheiden der gleichen Inhalte und unklare Entscheidungskriterien. Zudem gab es lange und uneffektive Sitzungen sowie zu große Entscheidungsgremien mit unklarer Zuständigkeit. Es kam zu Verzögerungen in der Projektarbeit, da die Ansprechpartner nicht bekannt waren. Gleiche Fehler wurden mehrmals gemacht und das Erfahrungswissen wurde nicht ausreichend genutzt. Schlussendlich gab es im Unternehmen es sehr wenige radikale Innovationen, das bedeutet, Ideen wurden nicht systematisch verfolgt.

Daher wird ein schlanker und schneller Stage-Gate-Prozess mit klar definierten Schnittstellen, eindeutige Zuständigkeiten für Prozessschritte und klare Verantwortlichkeiten für Entscheidungen etabliert. Bei der Entwicklung des Innovationsprozesses gab es folgendes zu beachten: Beschleunigungspotenziale müssen Identifiziert werden und es braucht klare Verantwortungs- und Entscheidungskompetenzen. Um das gesamte Projekt zu sichern, müssen Checklisten für jeden Meilenstein festgelegt werden. Für die Kommunikation des Innovationsprozessen müssen alle relevanten Mitarbeiter entsprechend geschult werden.

Nächster Baustein: Strategischer Kompetenzaufbau

Der strategische Kompetenzaufbau war nach der Innovationsstrategie und Innovationsprozess der nächste wichtige Schritt, um den Herausforderungen begegnen zu können: Dazu gehörte beispielsweise die Einführung eines Kompetenzmanagements. Hier wurde ein Abgleich zwischen des Ist- und Soll-Kompetenzen erstellt. Daraus ließen sich der Bedarf und die Themen für Schulungen ableiten. Zusätzlich sollten Hospitationen zur Stärkung des Verständnisses für andere Fachbereiche und
Festigung des Commitments, z. B. Entwickler hospitiert im Vertrieb, etabliert werden.

Als nächstes folgt das Multiprojektmanagement, denn die Wettbewerber waren schneller, im Unternehmen gab es zu viele Verzögerungen, langsame Entscheidungen sowie unkoordinierte Projektbearbeitung warfen das Unternehmen zurück. Um diesen Problemen  entgegen zu wirken, galt es folgendes zu beachten und ändern: Das Projektmanagement für alle Entwicklungsprojekte musste professioneller und effizienter werden. Ebenso die Ressourcenplanung. Diese musste kontinuierlich angepasst werden. Projektstrukturpläne wurden etabliert und Entscheidungsgremien zur Multiprojektsteuerung halfen schneller Entscheidungen zu treffen.

Etablierung einer Innovationskultur im gesamten Unternehmen

Die letzte Stellschraube, an der gedreht wurde, war die Innovationskultur. Im Unternehmen gab es bislang sehr wenige radikale Innovationen. Die Mitarbeiter wurden nur unzureichend eingebunden und es herrschte Demotivation aufgrund getroffener Entscheidungen, die für die Mitarbeiter nicht nachvollziehbar waren. Ideen wurden unzureichend gefordert und gefördert. Teilweise herrschte ein Gefühl der Ungleichbehandlung vor, da es keine Zielvereinbarungen für Mitarbeiter und keine individuelle Leistungsbewertung gab.

Durch die Etablierung einer Innovationskultur sollte die Rahmenbedingungen für neue Innovationen geschaffen und gesichert werden. Dafür war wichtig, dass die Geschäftsleitung die Wichtigkeit von Innovationen regelmäßig kommuniziert und alle Mitarbeiter zum Beitrag auffordert. Geschäftsleitung und Management müssen definierte Spielregeln vorleben, einfordern und ggf. soziales Fehlverhalten aktiv ansprechen. Zudem müssen die Nachvollziehbarkeit und Kommunikation von Entscheidungen stärken, um Resignation vorzubeugen und Mitarbeiter zu Ideen zu motivieren.

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